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Lederpflege für Sattel und Trense: die richtige Routine

Lederpflege für Sattel und Trense: die richtige Routine

von Ahrens Reitsport
Lederpflege Pflegemittel Sattel Trensen

Wie oft reinigen, wann fetten und was tun bei Schimmel? So pflegen Sie Sattel und Trense, damit das Leder geschmeidig, sicher und lange schön bleibt.

Sattel und Trense gehören zu den wertvollsten Ausrüstungsstücken im Stall. Leder ist ein Naturmaterial, das auf Schweiß, Nässe und trockene Heizungsluft reagiert. Mit einer einfachen Routine bleibt es geschmeidig und reißfest. Gerade im Herbst und Winter, wenn Sattelzeug häufiger nass wird und die Sattelkammer feucht ist, lohnt sich ein genauer Blick. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Lederzeug richtig reinigen, pflegen und lagern.

Wie oft sollte ich meinen Sattel reinigen und fetten?

Reinigen sollten Sie deutlich häufiger als fetten: Die Stellen, an die Pferdeschweiß kommt, verdienen bei täglicher Nutzung eine kurze, regelmäßige Reinigung, während Fett nur in größeren Abständen nötig ist. Eine einzige Zahl, die für alle Sättel gilt, gibt es nicht. Die Empfehlungen von Herstellern und Sattlern reichen von einer gründlichen Reinigung alle paar Ritte bis zu einer Faustregel von etwa alle drei Monate für Reinigen und Fetten. Der Lederpflegehersteller Passier rät zum Beispiel, den Sattel spätestens alle fünf Tage nach dem Reiten von oben und unten zu säubern. Der Sattelhersteller Stübben nennt je nach Nutzung mindestens eine Pflege im Monat.

Entscheidend sind Nutzung, Wetter und Lederart. Zügel werden besonders schnell nass und schmutzig und sollten deshalb häufiger gepflegt werden. Fettleder dagegen braucht laut einem Sattlermeister nur selten eine Fettbehandlung.

In welcher Reihenfolge pflege ich Leder richtig?

Die Grundregel lautet: erst reinigen, dann trocknen lassen, dann pflegen. Pflegemittel gehören also nie auf verschmutztes oder nasses Leder.

  • Zerlegen: Bauen Sie die Trense komplett auseinander. Ein Handyfoto vorher hilft beim Zusammensetzen.
  • Grob säubern: Bürsten Sie losen Schmutz und Haare ab.
  • Reinigen: Mit einem feuchten Schwamm, lauwarmem Wasser und Sattelseife oder Lederreiniger arbeiten, auch auf der Unterseite und an den Sattelkissen.
  • Trocknen lassen: Das Leder muss abtrocknen, bevor Fett oder Balsam folgen.
  • Pflegen: Pflegemittel dünn auftragen, einziehen lassen und Reste abpolieren.

Glycerinseife reinigt nicht nur, sondern versorgt das Leder auch mit etwas Feuchtigkeit. Vergessen Sie Schnallen, Steigbügelriemen und die Innenseiten nicht. Gerade dort sammelt sich Schweiß, und Schweiß enthält Salze, die das Leder angreifen.

Öl, Fett oder Balsam: Was braucht mein Leder?

Für die regelmäßige Pflege eignen sich Lederfett oder Balsam, Öl ist eher für ausgetrocknetes, hart gewordenes Leder gedacht. Öl zieht tief ein und kann die Lederfasern aufweichen, deshalb sollte es sparsam verwendet werden. Fette mit Bienenwachs oder Wollwachs bilden dagegen einen schützenden Film. Ein Sattlermeister empfiehlt, Öl und Fett je nach Zustand des Leders abwechselnd zu nutzen.

Nach dem Fetten sollte das Leder ruhen können. Der Sattelhersteller Devoucoux nennt dafür idealerweise zwölf Stunden. Wischen Sie überschüssiges Fett vor dem nächsten Reiten ab, damit kein Staub daran haften bleibt.

Kann ich Leder auch zu viel fetten?

Ja, zu viel Pflege schadet ebenfalls: Bleibt Fett auf der Oberfläche stehen, war es zu viel. Überfettetes Leder wird weich, schmierig und kann aufquellen. Es verliert an Festigkeit, was gerade bei tragenden Riemen ungünstig ist. Viel hilft hier nicht viel.

Auch bei den Mitteln lohnt sich Zurückhaltung. Fachleute raten von rauen Bürsten, vom Einweichen des Leders und von ranzigen Produkten ab. Einige Kombi-Reiniger können Leder verhärten. Greifen Sie lieber zu Produkten, die ausdrücklich für Sattelleder gedacht sind, und beachten Sie die Hinweise des Sattelherstellers.

Muss ich einen neuen Sattel sofort einfetten?

In der Regel nicht. Neue Sättel sind meist schon vor der Auslieferung behandelt worden. Ein Sattlermeister empfiehlt, sie zunächst einige Monate zu nutzen, bevor sie erneut gefettet werden. Regelmäßiges Reinigen ist trotzdem von Anfang an sinnvoll.

Mein Sattel ist nass geworden: Was muss ich tun?

Lassen Sie nasses Leder langsam an der Luft trocknen, niemals auf der Heizung, vor dem Heizlüfter oder in der prallen Sonne. Direkte Hitze lässt Leder spröde werden und kann es dauerhaft schädigen. Ideal ist ein gut belüfteter, mäßig temperierter Raum, in dem das Sattelzeug von allen Seiten Luft bekommt.

Fetten Sie das Leder erst, wenn es wieder trocken ist, denn nasses Leder nimmt Fett schlecht auf. Ist der Sattel stark verschmutzt, reinigen Sie ihn vorher vorsichtig.

Was hilft gegen Schimmel auf Leder?

Schimmel entfernen Sie mit einem feuchten Tuch und Lederreiniger, und zwar so lange täglich, bis nichts mehr nachkommt. Danach muss das Leder trocken gelagert werden. Hauptursache ist laut dem Pflegehersteller Leovet eine feuchte Lagerung in der Sattelkammer oder im Anhänger. Ein Sattlermeister nennt etwas Essig im Reinigungswasser als Hilfe gegen Schimmel.

Vorbeugen ist einfacher als Entfernen. Als Richtwert für die Sattelkammer werden Temperaturen um 10 bis 15 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent genannt. Oberhalb von etwa 70 Prozent haben Schimmelpilze leichtes Spiel. Ein Behälter mit Katzenstreu oder Reis kann Feuchtigkeit binden. Für längere Pausen empfiehlt Carr & Day & Martin, Leder vorher zu reinigen und zu pflegen, kühl und trocken ohne direkte Sonne zu lagern und den Sattel mit einer atmungsaktiven Hülle abzudecken.

Wie pflege ich Wildleder oder Rauleder am Sattel?

Wildleder und Nubuk an Sitzfläche oder Pauschen werden nicht gefettet, sondern trocken gebürstet. Eine spezielle Wildlederbürste richtet die Fasern wieder auf. Zum Schutz eignet sich eine Imprägnierung für Rauleder statt Fett oder Öl.

Warum ist die Lederpflege auch eine Frage der Sicherheit?

Bei der Pflege sehen Sie Ihr Sattelzeug aus nächster Nähe und erkennen Schäden, bevor sie gefährlich werden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) weist darauf hin, dass die Nähte der Steigbügelriemen regelmäßig kontrolliert werden sollten, weil sie viel Gewicht tragen. Auch Bügelschloss und Gurtstrupfen sollten regelmäßig auf ihre Funktion geprüft werden. Lederriemen können mit der Zeit ausleiern und sollten dann ersetzt werden.

Achten Sie beim Reinigen besonders auf Risse an Knickstellen, lose Nähte, ausgerissene Löcher und verbogene Schnallen. Was Ihnen auffällt, sollte eine Sattlerin oder ein Sattler ansehen.

Passende Lederpflege wie Sattelseife, Lederbalsam und Lederöl finden Sie bei Ahrens Reitsport in der Kategorie Pflegemittel. Wir beraten Sie im Laden in Tangstedt gern, welches Produkt zu Ihrem Leder passt. Ist an Sattel oder Trense etwas kaputt, hilft unser After-Sales-Service bei Reparaturen, Anpassungen und Ersatzteilen weiter.