Welche Gebisse sind im Springen erlaubt, auch im E-Springen?
Im E-Springen sind laut Ausrüstungskatalog der FN nur einfach und doppelt gebrochene Gebisse mit Wassertrensen-, Olivenkopf-, D-Ring- oder Schenkeltrensenringen erlaubt. Ab Klasse A kommen Stangengebisse, Pelham, Springkandare, Baucher-Gebiss und Drei-Ringe-Gebiss hinzu, jeweils mit nur einem Zügelpaar. Pelham, Springkandare und Drei-Ringe-Gebiss dürfen nicht mit dem hannoverschen Reithalfter kombiniert werden.
Ab Klasse M** ist eine beliebige Zäumung erlaubt, auch gebisslos. Sie muss aber den Grundsätzen von Reitlehre und Tierschutz entsprechen und auf Nachfrage des Richters begründet werden können. In Wettbewerben nach WBO sind Stangengebisse, Pelham, Springkandare und Drei-Ringe-Gebiss nicht zulässig.
Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand
Im Springen hängt die erlaubte Zäumung stark von der Klasse ab. Die FN begründet die Staffelung damit, dass in den unteren Klassen nur Gebisse zulässig sind, die ein Reiter dort pferdegerecht bedienen kann. Grundlage der Übersicht ist der Ausrüstungskatalog Dressur, Springen und Vielseitigkeit mit Stand Februar 2026.
Welche Gebisse sind im Springen nach Klassen erlaubt?
Die Klasse entscheidet, ob nur gebrochene Gebisse oder auch Hebelgebisse zulässig sind.
| Klasse | Zulässige Gebisse |
|---|---|
| Klasse E | einfach und doppelt gebrochene Gebisse mit Wassertrensen-, Olivenkopf-, D-Ring- oder Schenkeltrensenringen und deren Kombinationen |
| Klasse A bis M* | zusätzlich Stangengebisse, Pelham, Springkandare, Baucher-Gebiss und Drei-Ringe-Gebiss |
| ab Klasse M** | beliebige Zäumung mit Gebiss oder gebisslos, mit oder ohne Reithalfter |
| Wettbewerbe nach WBO | keine Stangengebisse, Pelhams, Springkandaren oder Drei-Ringe-Gebisse |
Bis einschließlich Klasse M* ist nur ein Zügelpaar erlaubt, und der Zügel muss frei durch die Reiterhand gleiten. Jagdzügel sind nicht zugelassen. Gebissscheiben aus glattem, biegsamem Material dürfen verwendet werden.
Was gilt für Pelham, Springkandare und Drei-Ringe-Gebiss?
Bei allen drei Gebissen wird das Backenstück im oberen, kleinen Ring verschnallt, und eine Kombination mit dem hannoverschen Reithalfter ist nicht erlaubt.
- Pelham: Unterbaum max. 7 cm, Verbindungsstück vom großen zum kleinen unteren Ring vorgeschrieben. Wird eine Kinnkette genutzt, muss sie beweglich sein und eine Unterlage aus Leder oder weichem Gummi bzw. Kunststoff haben.
- Springkandare: ein Zügelpaar im großen Ring oder in einem der kleineren Ringe bzw. Schlitze, Kinnkette optional mit denselben Vorgaben.
- Drei-Ringe-Gebiss: der mittlere Ring ist größer als die beiden anderen, nur als Wassertrense, das Gebiss muss im mittleren Ring gleiten können.
Auch beim Baucher-Gebiss wird das Backenstück im oberen, kleinen Ring verschnallt. Es ist mit gebrochenem Mundstück oder als Stange zulässig, Gebissscheiben sind erlaubt.
Die FN weist darauf hin, dass ein Pelham trotz kurzer Anzüge eine Hebelwirkung hat, die sehr schnell einsetzt. Ein Reitmeister äußert sich in ihrem Magazin deshalb kritisch zum Pelham in den unteren Klassen. Kein Ausbildungsproblem lässt sich nach Darstellung der FN mit einem schärferen Gebiss dauerhaft lösen.
Welche Maße gelten für Stangengebisse?
Stangengebisse müssen abgerundet sein und am Maulwinkel bei Pferden 14–21 mm und bei Ponys 10–18 mm stark sein, die dünnste Stelle muss über 8 mm liegen. Eine Zungenfreiheit ist bis höchstens 40 mm erlaubt. Arretierende Gebisse behandelt der Katalog wie Stangengebisse.
Welche Reithalfter sind im Springen erlaubt?
Ab Klasse A ist ein Reithalfter vorgeschrieben. Zulässig sind die im Katalog genannten Formen wie hannoversches, englisches, kombiniertes und mexikanisches Reithalfter mit ihren Varianten. Ab Klasse M** darf beliebig gezäumt werden, die Zäumung muss aber den Regeln der Reitlehre und dem Tierschutz entsprechen und auf Nachfrage des Richters in Funktion und Wirkung begründet werden können.
Quellen
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