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Sitzt mein Reithelm richtig? Der Passform-Check in sechs Schritten

Sitzt mein Reithelm richtig? Der Passform-Check in sechs Schritten

von Ahrens Reitsport
Reithelme Sicherheit Passform

Ein Reithelm schützt nur, wenn er passt. Mit Maßband, Wackeltest und Zwei-Finger-Regel prüfen Sie in wenigen Minuten, ob Ihr Helm richtig sitzt.

Ein Reithelm kann noch so gut verarbeitet sein: Wenn er wackelt, verrutscht oder drückt, kann er seine Aufgabe nur eingeschränkt erfüllen. Die Passform ist deshalb mindestens so wichtig wie das Modell. Die gute Nachricht ist, dass Sie den Sitz mit wenigen Handgriffen selbst prüfen können. In diesem Beitrag gehen wir die einzelnen Schritte durch, vom Messen des Kopfumfangs bis zum Einstellen des Kinnriemens.

Wie messe ich meinen Kopfumfang für den Reithelm?

Sie messen den Kopfumfang mit einem flexiblen Maßband an der breitesten Stelle des Kopfes, etwas oberhalb von Augenbrauen und Ohren. Der Helmhersteller KEP nennt als Orientierung etwa 2,5 cm über Augenbrauen und Ohren. Das Maßband sollte straff anliegen, aber nicht einschneiden. Am genauesten wird das Ergebnis, wenn eine zweite Person misst.

Denken Sie an Ihre Frisur. Ein geflochtener Zopf oder ein dicker Dutt vergrößert den Umfang am Hinterkopf, sodass ein Helm, der mit offenen Haaren passt, mit Zopf plötzlich zu eng sein kann. Messen und probieren Sie deshalb so, wie Sie später auch reiten. Manche Helme haben am Hinterkopf eine Öffnung, durch die sich ein Pferdeschwanz führen lässt.

Wo genau soll der Helm auf dem Kopf sitzen?

Der Helm sitzt mittig und waagerecht auf dem Kopf, knapp über den Ohren und etwa ein bis zwei Fingerbreit über den Augenbrauen. So beschreibt es die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN). Er sollte weder in den Nacken rutschen und die Stirn freilegen noch so tief sitzen, dass er die Sicht einschränkt.

Ein guter Helm liegt rundum gleichmäßig an, ohne an einzelnen Stellen unangenehm zu drücken. Die FN beschreibt das Gefühl so, dass der Helm den Kopf wirklich umschließen sollte. Ein Helm, der nur oben aufliegt und seitlich Luft lässt, passt nicht zu Ihrer Kopfform.

Spielt die Kopfform eine Rolle?

Ja, denn Köpfe sind unterschiedlich geformt, manche eher rund, andere eher oval oder schmal. Einige Hersteller bieten deshalb verschiedene Innenpolster oder Passformvarianten an. Probieren Sie mehrere Modelle, wenn sich ein Helm trotz richtiger Größe an den Schläfen oder an der Stirn unangenehm anfühlt.

Wie funktioniert der Wackeltest beim Reithelm?

Setzen Sie den Helm auf, lassen Sie den Kinnriemen offen und bewegen Sie den Kopf kräftig hin und her, nicken Sie und beugen Sie sich nach vorn. Bleibt der Helm dabei an seinem Platz, ist die Größe richtig. Die FN empfiehlt, dabei auch die Kopfbewegung im Trab nachzuahmen. Der Helmhersteller uvex beschreibt es ähnlich: Der Helm soll auch bei geöffnetem Kinnriemen fest sitzen.

Woran Sie einen zu großen oder zu kleinen Helm erkennen:

  • Zu groß: Der Helm verschiebt sich bei Kopfbewegungen deutlich, rutscht ins Gesicht oder fällt beim Vorbeugen herunter.
  • Zu klein: Der Helm drückt, sitzt zu weit hinten und lässt die Stirn frei, oder die Gurte schneiden an den Ohren ein.

Wie stelle ich das Drehrad und die Gurte richtig ein?

Viele Helme haben am Hinterkopf ein Drehrad, mit dem Sie die Weite fein einstellen. Uvex empfiehlt, das Verstellsystem zuerst ganz zu öffnen, den Helm aufzusetzen und die Weite dann mit dem Rad so weit zu schließen, bis der Helm fest, aber bequem sitzt. Bei manchen Modellen lässt sich zusätzlich die Höhe des Verstellsystems an die Wölbung des Hinterkopfs anpassen. Helme ohne Drehrad müssen dagegen gleich beim ersten Aufsetzen genau passen, betont die FN.

Wie liegen die seitlichen Gurte richtig?

Die seitlichen Riemen bilden unter jedem Ohr ein Y. Das Ohr sollte frei in diesem Dreieck liegen, ohne dass die Gurte darauf drücken. Bei vielen Helmen lässt sich der Verteiler verschieben, sodass Sie die Position an Ihre Ohren anpassen können.

Wie fest muss der Kinnriemen sitzen?

Der Kinnriemen sitzt richtig, wenn zwischen Kinn und Riemen etwa zwei Finger Platz haben. Diese Faustregel nennen sowohl die FN als auch uvex. Der Verschluss muss vollständig einrasten, bei Ratschenverschlüssen bis zum letzten Klick. Ist der Riemen zu locker, kann der Helm bei einem Sturz verrutschen. Die Gurte sollen dabei stramm, aber nicht einengend eingestellt sein.

Kontrollieren Sie den Kinnriemen regelmäßig. Lockert er sich immer wieder von selbst oder ist das Schloss beschädigt, sitzt der Helm nicht mehr sicher. In diesem Fall sollte er ausgetauscht oder fachkundig geprüft werden.

Wie lange sollte ich einen neuen Helm zur Probe tragen?

Tragen Sie einen neuen Helm vor der Entscheidung mindestens eine Viertelstunde. KEP empfiehlt 15 bis 20 Minuten Probetragen. Entstehen in dieser Zeit keine Druckstellen, passt der Helm gut. Achten Sie auch darauf, dass er nach dieser Zeit noch in seiner Position sitzt und nicht nach vorn oder hinten gewandert ist.

Liegen Sie zwischen zwei Größen, rät KEP, zunächst die größere zu probieren und sie mit Polstern anzupassen. Ist sie trotzdem zu locker, ist die kleinere Größe die richtige Wahl. Verstellbare Helme probieren Sie am besten zunächst mit der kleinsten Weiteneinstellung.

Darf ich einen Kinderhelm zum Reinwachsen kaufen?

Nein, auch für Kinder sollte der Helm schon beim Kauf richtig passen und nicht auf Zuwachs gekauft werden. Ein zu großer Helm kann verrutschen und schützt dann schlechter. Bei Kindern lohnt es sich, den Sitz regelmäßig zu prüfen, denn der Kopf wächst. Ein verstellbares Modell kann einen gewissen Spielraum bieten, solange der Wackeltest bei jeder Einstellung bestanden wird.

Zur Passform gehört auch der Zustand des Helms. Nach einem Sturz auf den Kopf oder einem harten Schlag gehört er laut FN ausgetauscht, auch wenn äußerlich nichts zu sehen ist. Ohne Sturz empfehlen Hersteller und FN je nach Modell einen Austausch nach einigen Jahren, die genaue Angabe finden Sie in der Gebrauchsanleitung. Das Herstellungsdatum steht innen im Helm.

Im Laden von Ahrens Reitsport in Tangstedt können Sie verschiedene Reithelme direkt aufsetzen und vergleichen. Bei unserer Helmberatung prüfen wir mit Ihnen Größe, Sitz und Norm, und wer seinem Helm eine persönliche Note geben möchte, findet bei uns auch Möglichkeiten zur Individualisierung, zum Beispiel mit Swarovski-Applikationen.