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Winterreithose und Thermoreithose: warm und beweglich im Sattel

Winterreithose und Thermoreithose: warm und beweglich im Sattel

von Ahrens Reitsport
Reithosen Winter Ratgeber

Softshell, Fleece oder Überziehhose? So finden Sie eine Winterreithose, die wärmt, ohne einzuengen, und so bleibt sie lange funktionsfähig.

Wenn morgens Raureif auf dem Reitplatz liegt, merken viele Reiterinnen schnell, dass die Sommerreithose an ihre Grenzen kommt. Kalte Oberschenkel machen den Sitz steif, und Wind zieht durch dünnen Stoff ungehindert hindurch. Eine Winterreithose oder Thermoreithose löst dieses Problem, wenn sie richtig gewählt ist. Wir zeigen, welche Materialien es gibt, wie die Hose sitzen sollte und wie Sie sie pflegen.

Was unterscheidet eine Winterreithose von einer normalen Reithose?

Eine Winterreithose hält durch ein wärmendes Innenmaterial die Körperwärme fest und schützt außen vor Wind und leichter Nässe. Die meisten Modelle haben eine Innenseite aus Fleece oder sind aus Softshell gefertigt. In der weichen, flauschigen Schicht sammelt sich Luft, die der Körper aufwärmt und die wie ein Wärmepuffer wirkt.

Thermoreithosen gibt es in allen bekannten Schnitten: als klassische Reithose, als Jodhpur und als Reitleggings. Sie müssen also nicht auf Ihren gewohnten Schnitt verzichten, nur weil das Thermometer sinkt.

Softshell oder Fleece: Welches Material hält wärmer?

Softshell gilt als die wirksamere Wahl, weil es zwei Funktionen verbindet: innen isolierendes Fleece und außen einen robusten, meist wasserabweisenden Stoff. Laut der Fachzeitschrift Cavallo erreichen einfache Thermostoffe mit nur angerauter Innenseite diese Wirkung bei Weitem nicht. Softshell bietet zudem ein ausgewogenes Verhältnis aus Windschutz, Dehnbarkeit und Atmungsaktivität.

Wichtig zu wissen: Softshell ist wasserabweisend, aber nicht komplett wasserdicht. Für Schnee und leichten Regen reicht das in der Regel. Wer bei Dauerregen ausreitet, braucht zusätzlichen Schutz.

Wie teste ich, ob eine Reithose winddicht ist?

Halten Sie die Hand hinter den Stoff und pusten Sie von außen kräftig dagegen. Spüren Sie kaum etwas, ist das Material weitgehend winddicht. Bei offenporigen Stoffen kommt der Luftstrom dagegen deutlich durch. Diesen einfachen Test empfiehlt Cavallo für die Anprobe.

Und was ist mit wattierten Hosen?

Eine Wattierung isoliert stärker als Fleece, trägt aber mehr auf und trocknet langsamer. Für die Arbeit im Sattel, bei der Sie Bewegungsfreiheit und guten Kontakt zum Pferd brauchen, ist eine schlanke Fleece- oder Softshellhose meist praktischer.

Sollte ich die Winterreithose eine Nummer größer kaufen?

Häufig ja, denn eine zu enge Winterreithose wärmt schlechter. Cavallo rät, die Winterhose eine Nummer größer zu wählen. Liegt der Stoff zu stramm an, wird das Fleece zusammengedrückt, es kann weniger Luft speichern, und Feuchtigkeit wird schlechter abtransportiert.

Planen Sie außerdem ein, was Sie darunter tragen. Wer Funktionsunterwäsche nutzt, sollte die Hose nicht zu knapp kaufen, damit die Schichten nicht einschnüren. Probieren Sie die Hose am besten mit den Socken, der Unterwäsche und den Stiefeln an, die Sie im Winter tatsächlich tragen. Da Reithosengrößen von Marke zu Marke unterschiedlich ausfallen, ist die Anprobe ohnehin der sicherste Weg.

Funktionsunterwäsche drunter oder lieber eine echte Thermohose?

Für kalte Tage ist eine echte Thermoreithose die bessere Basis, Funktionsunterwäsche kann sie bei Frost sinnvoll ergänzen. Das Zwiebelprinzip aus dem Outdoorbereich funktioniert auch im Sattel: Eine eng anliegende erste Schicht leitet Schweiß von der Haut ab, eine mittlere Schicht isoliert, und eine äußere Schicht schützt vor Wind und Wetter.

Eine dünne Funktions- oder Merinounterwäsche unter der Thermohose verbessert das Klima. Thermounterwäsche unter einer gewöhnlichen Sommerreithose ist dagegen nur ein Kompromiss. Sie kann die Bewegungsfreiheit einschränken, und Windschutz sowie Wasserabweisung fehlen weiterhin.

Grip oder Lederbesatz: Was hält bei Kälte besser?

Silikon-Grip und Kunstlederbesatz bleiben auch bei niedrigen Temperaturen flexibel und bieten damit im Winter zuverlässigen Halt. Ein Grip-Vollbesatz sorgt für einen rutschfesten Sitz im Sattel. Wer lieber mehr Freiheit an den Oberschenkeln hat, greift zum Kniebesatz. Die Wahl des Besatzes folgt im Winter also denselben Überlegungen wie im Sommer: Disziplin, Sitzgefühl und persönliche Vorliebe.

Wann lohnt sich eine Überziehhose statt einer Thermoreithose?

Eine Überziehhose lohnt sich vor allem, wenn Sie viel Zeit mit Stallarbeit verbringen und zwischendurch reiten. Sie wird über die normale Reithose gezogen und lässt sich dank durchgehender Seitenreißverschlüsse schnell an- und ausziehen, auch mit Stiefeln. Viele Modelle sind wasserabweisend, winddicht und gefüttert.

Zum Ausreiten ist die Überziehhose weniger geeignet, weil sie mehr Volumen hat und den Kontakt zum Sattel verringert. Eine Alternative für Spaziergänge, Stallarbeit und ruhige Ritte ist der Reitrock aus Fleece oder Softshell, der Oberschenkel und Hüfte zusätzlich vor Wind schützt.

Wie wasche ich eine Thermoreithose richtig?

Waschen Sie Thermoreithosen bei 30 °C im Fein- oder Schonwaschgang mit mildem Waschmittel und verzichten Sie unbedingt auf Weichspüler. Weichspüler kann Funktionsfasern beschichten und bei Softshell dazu führen, dass sich die Schichten voneinander lösen. Drehen Sie die Hose vor dem Waschen auf links und entfernen Sie Pferdehaare vorher mit einer Fusselrolle.

Starke Hitze im Wäschetrockner schadet dem Material. Lässt die Wasserabweisung nach einiger Zeit nach, kann laut Cavallo Bügeln bei niedriger Temperatur helfen. Beachten Sie in jedem Fall das Pflegeetikett des Herstellers.

Was gehört neben der Hose noch zur Winterausrüstung?

Warme Füße und Hände sind genauso wichtig wie warme Beine, deshalb lohnen sich gefütterte Reitstiefel, Thermohandschuhe und eine dünne Mütze unter dem Helm. Bei Winterreitstiefeln gelten Futter aus Lammfell, Fleece oder Kunstfell als besonders warm. Die Sohle sollte nicht zu grob profiliert sein, damit der Fuß nicht im Steigbügel hängen bleibt. Für dicke Wintersocken empfiehlt sich etwas Luft im Stiefel.

Handschuhe sollten nicht so dick sein, dass die Finger unbeweglich werden, denn Sie brauchen ein feines Gefühl am Zügel. Statt eines Schals, der sich verheddern kann, ist ein Rollkragen die sicherere Wahl. Fachleute raten außerdem, vor dem Aufsteigen die eigenen Muskeln kurz aufzuwärmen und zu dehnen, so wie Sie es auch beim Pferd tun.

Im Laden von Ahrens Reitsport in Tangstedt können Sie verschiedene Reithosen in Ruhe anprobieren und die Größen der Marken direkt vergleichen. Unsere Reithosen-Beratung hilft Ihnen, Schnitt, Besatz und Passform für den Winter zu finden. Passende Winterreitstiefel gibt es ebenfalls im Sortiment.