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Ahrens Reitsport

Fragen zu Sicherheitswesten

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Sicherheitswesten beim Reiten: Schutzstufen, Normen, Passform, Größen für Kinder, Airbagwesten und die Pflicht auf dem Turnier. Eine Sicherheitsweste schützt Rücken und Brustkorb bei Stürzen und ist beim Springen über feste Hindernisse vorgeschrieben. Empfohlen wird eine Weste nach EN 13158, Level 3.

Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand

Was bringt eine Sicherheitsweste beim Reiten?

Eine Sicherheitsweste nimmt bei einem Sturz, einem Tritt oder wenn ein Pferd auf Sie tritt einen Teil der Aufprallenergie auf und schützt so Rücken und Brustkorb. Eine gut sitzende Weste beugt vor allem Prellungen und anderen Weichteilverletzungen vor.

Nach dem britischen Prüfstandard BETA soll eine Weste der Stufe 3 leichte Verletzungen wie schmerzhafte Prellungen verhindern und manche Rippenbrüche vermeiden. Vor schweren Verletzungen kann keine Weste garantiert schützen, darauf weisen BETA und Hersteller ausdrücklich hin.

Quellen (3)

Ist eine Sicherheitsweste beim normalen Reiten sinnvoll?

Beim Springen über feste Hindernisse im Gelände ist eine Sicherheitsweste sinnvoll und auf Turnieren Pflicht, für den normalen Reitunterricht ist sie nicht nötig. So beschreibt es die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in ihrem Ratgeber für Eltern.

Bei Reitanfängern kann eine schlecht sitzende Weste das Erlernen eines guten Sitzes sogar behindern. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) nennt neben besonders risikoreichen Disziplinen auch das Anreiten junger Pferde als typischen Einsatzbereich für zusätzlichen Schutz. Entscheiden Sie nach Ihrem Risiko und lassen Sie sich im Fachhandel beraten.

Quellen (3)

Was bedeutet Level 3 bei Reitwesten?

Level 3 ist die höchste Schutzstufe nach der europäischen Norm EN 13158 und dem britischen BETA-Standard und gilt als passend für normales Reiten, Turniere und die Arbeit mit Pferden. Die FN empfiehlt für das Springen im Gelände eine Weste nach EN 13158, Level 3.

Level 2 ist nur für Situationen mit geringem Risiko gedacht, also nicht zum Springen, für Ausritte auf der Straße, junge oder aufgeregte Pferde oder unerfahrene Reiter. Level 1 bietet den geringsten Schutz und ist nur für lizenzierte Jockeys im Rennen vorgesehen. Die Stufe erkennen Sie am farbigen BETA-Etikett.

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Quellen (4)

Was ist besser: Sicherheitsweste oder Rückenprotektor?

Für das Reiten bietet eine Sicherheitsweste in der Regel mehr Schutz als ein Rückenprotektor, weil sie neben dem Rücken auch den Brustkorb abdeckt. Ein Rückenprotektor schützt ausschließlich den Rücken.

Auch die Normen unterscheiden sich: Sicherheitswesten werden nach der Reiternorm EN 13158 geprüft, Rückenprotektoren meist nach der Norm für Motorradschutzkleidung EN 1621-2. Für das Springen im Gelände empfiehlt die FN ausdrücklich eine Sicherheitsweste nach EN 13158, Level 3.

Quellen (3)

Wie muss eine Sicherheitsweste beim Reiten sitzen?

Eine Sicherheitsweste sitzt richtig, wenn sie eng am Oberkörper anliegt, hinten nicht auf den Sattelkranz stößt und oben nicht in den Nacken ragt. Trotzdem müssen Sie sich frei bewegen können, die FN nennt als Test eine Rolle vorwärts am Boden.

Vorn reicht die Weste nach Angaben von Charles Owen bis zum Brustbein und bedeckt die unteren Rippen, aber nicht den Bauchnabel. Im Sattel sollte zwischen Sattel und Westenunterkante etwa eine Handbreit Platz sein. Sie müssen tief einatmen können, ohne eingeengt zu sein.

Quellen (3)

Wie finde ich die richtige Größe für eine Sicherheitsweste?

Die richtige Westengröße ermitteln Sie aus Brustumfang, Taillenumfang und Rückenlänge, gemessen über leichter Kleidung mit einem weichen Maßband. Der Brustumfang bestimmt die Größengruppe, der Taillenumfang sorgt dafür, dass die Weste nicht verrutscht.

Die Rückenlänge messen Sie vom hervorstehenden Halswirbel im Nacken bis zum unteren Ende der Wirbelsäule. Viele Westen gibt es deshalb in mehreren Rückenlängen. Beim Anprobieren sollten sich alle Klettverschlüsse so schließen lassen, dass die Weste fest, aber bequem sitzt. Am sichersten ist eine Anprobe mit Beratung im Fachgeschäft.

Quellen (2)

Welche Sicherheitsweste eignet sich für Kinder?

Für Kinder eignet sich eine Sicherheitsweste nach EN 13158 Level 3, die genau zu Brust, Taille und Rückenlänge des Kindes passt. Nötig wird sie laut FN, sobald Ihr Kind im Gelände über feste Hindernisse springt.

Für den Anfang im Reitunterricht braucht ein Kind keine Weste. Eine zu große oder schlecht sitzende Weste kann das Erlernen des Sitzes sogar erschweren. Kinderwesten von Charles Owen gibt es zum Beispiel in Größen mit ungefähren Altersangaben und in mehreren Rückenlängen. Manche Reitschulen verleihen Westen in mehreren Größen.

Quellen (3)

Wann ist eine Sicherheitsweste beim Reiten Pflicht?

Auf Turnieren schreibt die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) eine Schutzweste beim Überwinden fester Hindernisse vor, also vor allem im Gelände und in der Vielseitigkeit. In Geländeprüfungen führt Reiten ohne vorgeschriebene Schutzweste nach § 646 LPO zum Ausschluss.

Die FN empfiehlt für das Springen im Gelände eine Weste nach EN 13158, Level 3. Auch im Freizeitbereich ist sie für Geländesprünge ratsam. Beim Fahrsport gelten eigene Regeln. Maßgeblich ist immer die aktuell gültige Fassung der LPO und der Ausschreibung.

Quellen (3)

Ersetzt eine Airbagweste die Sicherheitsweste?

Nein, eine Airbagweste ergänzt die Sicherheitsweste, ersetzt sie aber nicht. In der Vielseitigkeit muss unter der Airbagweste weiterhin eine klassische Schutzweste getragen werden, so beschreibt es die FN.

Ein Grund dafür: Stürzen Reiter und Pferd gemeinsam, löst der Airbag möglicherweise nicht aus, wie die SVLFG erklärt. Airbagwesten werden zudem nicht nach der Reiternorm EN 13158 gefertigt, sondern nach der Norm für Motorradschutzkleidung EN 1621-4. Auch für Geländefahrten im Fahrsport stellt die LPO klar, dass eine Airbagweste allein nicht ausreicht.

Quellen (3)

Wie funktioniert eine Airbagweste beim Reiten?

Eine Airbagweste ist über einen Gurt mit dem Sattel verbunden und bläst sich auf, sobald der Reiter aus dem Sattel fällt. Der Gurt gerät dabei unter Spannung und löst eine Gaskartusche aus, die ein Luftpolster in der Weste füllt.

Das Polster dämpft den Aufprall zusätzlich zur Schutzweste. Bewährt hat sich die Airbagweste laut SVLFG bei besonders risikoreichen Disziplinen und beim Anreiten junger Pferde. Wichtig: Fallen Pferd und Reiter gemeinsam, kann die Auslösung ausbleiben. Beachten Sie zur Kartusche nach dem Auslösen die Anleitung des Herstellers.

Quellen (2)

Wie lange hält eine Sicherheitsweste und wann muss ich sie austauschen?

Hersteller geben für Sicherheitswesten bei korrekter Lagerung eine durchschnittliche Haltbarkeit von etwa fünf Jahren an. Das britische Fachmagazin Horse & Hound empfiehlt einen Austausch nach drei bis fünf Jahren.

Prüfen Sie die Weste regelmäßig auf sichtbare Schäden, besonders nach einem Sturz. Dann müssen nach Angaben der SVLFG gegebenenfalls einzelne Protektorenteile ersetzt werden. Bei Unsicherheit hilft der Blick in die Anleitung oder eine Prüfung im Fachhandel.

Quellen (2)

Ist meine alte Sicherheitsweste mit lila Etikett noch zugelassen?

Eine Weste mit lila Etikett entspricht dem älteren BETA-Standard von 2009, der seit 2018 nicht mehr produziert wird. Große britische Reitverbände akzeptieren seit dem 1. Januar 2024 nur noch Westen nach BETA Level 3 von 2018 mit blauem Etikett.

In Deutschland verlangt die LPO eine Schutzweste beim Überwinden fester Hindernisse, die FN empfiehlt dafür EN 13158, Level 3. Da eine 2009er Weste inzwischen auch altersbedingt über der empfohlenen Nutzungsdauer liegt, ist ein Austausch in jedem Fall sinnvoll.

Quellen (4)

Warum fühlt sich eine neue Sicherheitsweste so steif an?

Eine neue Sicherheitsweste fühlt sich zunächst steif an, weil sich das Schaummaterial erst durch Körperwärme an Ihre Form anpasst. Nach rund zehn Minuten Tragezeit ist das laut FN weitgehend geschehen.

Ziehen Sie die Weste deshalb schon beim Putzen oder Satteln an. Tragen Sie sie möglichst nah am Körper, also über dem T-Shirt und unter Pullover oder Jacke. Auch Charles Owen weist darauf hin, dass sich eine neue Weste beim Tragen an den Körper anschmiegt.

Quellen (3)

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Fragen Sie uns: im Laden in Tangstedt, telefonisch unter 04109 / 252173 oder über das Kontaktformular. Persönliche Beratung finden Sie auch unter Beratung.

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