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Ahrens Reitsport

Fragen zu Sattelzubehör

Hier beantworten wir häufige Fragen zu Schabracken, Sattelpads, Sattelgurten, Steigbügeln und Sporen. Eine Sattelunterlage schützt den Sattel vor Schweiß und Schmutz und verteilt das Gewicht gleichmäßiger, macht aus einem unpassenden Sattel aber keinen passenden. Messungen der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben laut Cavallo gezeigt, dass gewöhnliche Schabracken die Passform eines Sattels nicht verändern.

Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand

Was ist eine Schabracke?

Eine Schabracke ist eine meist eckig geschnittene Unterlage, die unter dem Sattel liegt und sichtbar unter ihm hervorschaut. Sie schützt den Sattel vor Schweiß und Schmutz, mindert die Reibung und verteilt das Gewicht von Sattel und Reiter gleichmäßiger auf dem Rücken. Die Satteldecke erfüllt dieselbe Aufgabe, folgt aber der Form des Sattels und ist darunter kaum zu sehen.

Daneben gibt es Sattelpads oder Sattelkissen, die zusätzlich zu Schabracke oder Satteldecke verwendet werden, und unter dem Westernsattel das gepolsterte Westernpad. Eine Sonderform ist die Barockschabracke mit spitz zulaufender Ecke. Einen unpassenden Sattel gleicht keine dieser Unterlagen auf Dauer aus.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (2)

Woher kommt das Wort Schabracke und warum ist es ein Schimpfwort?

Das Wort Schabracke geht laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache auf das türkische çaprak für Satteldecke zurück und kam im 17. Jahrhundert wohl über das ungarische csábrák ins Deutsche. Gemeint war zunächst eine verzierte Decke, die unter den Sattel gelegt oder über das Pferd gebreitet wurde.

Später wurde der Begriff übertragen: Im 18. Jahrhundert stand er auch für reich bestickte Kleidung, mundartlich für schlechte Frauenkleidung. Daraus entstand die salopp abwertende Bedeutung für ein altes Pferd, eine alte Frau oder eine abgenutzte Sache. Wer jemanden eine alte Schabracke nennt, greift auf diese übertragene Bedeutung zurück. Im Stall meint das Wort schlicht die Sattelunterlage.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (1)

Was bedeuten die Größenangaben DR, VS oder SR auf Schabracken?

Die Kürzel geben an, zu welcher Sattelart die Unterlage passt: D oder DR steht für Dressur, VS, VSS oder VSD für Vielseitigkeit und SS oder SR für Springen. Dressurschabracken sind auf die längeren Sattelblätter des Dressursattels zugeschnitten, Springschabracken sind kürzer und vorn runder geformt.

Dazu kommt eine Größe für die Statur, etwa P oder Pony, Cob für zierlichere Pferde, WB oder Full für Warmblüter und KB für Kaltblüter. Weil viele Hersteller eigene Größeneinteilungen verwenden, lohnt der Blick in die jeweilige Maßtabelle. Entscheidend ist, dass die Unterlage unter dem ganzen Sattel liegt und nicht so groß ist, dass sie Falten wirft.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (2)

Wie oft sollte ich die Schabracke waschen?

Eine feste Regel gibt es nicht, waschen Sie die Schabracke, sobald sie verschwitzt oder verkrustet ist, und lassen Sie sie nach jedem Reiten vollständig trocknen. Das hat auch einen hygienischen Grund: Hautpilze werden laut DocCheck Flexikon nicht nur direkt, sondern auch über Bürsten und Satteldecken übertragen. Bei einer Pilzinfektion empfiehlt die Tierärztliche Hochschule Hannover, auch die Umgebung zu desinfizieren.

Praktisch ist es, zwei oder drei Unterlagen im Wechsel zu nutzen und jedem Pferd seine eigenen zu geben. Viele Schabracken vertragen 30 °C im Schonwaschgang mit Feinwaschmittel, maßgeblich ist aber das Pflegeetikett. Lammfell braucht ein spezielles Waschmittel, damit seine Eigenschaften erhalten bleiben.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (4)

Warum rutscht meine Schabracke nach hinten?

Meist rutscht die Schabracke, weil sie nicht am Sattel befestigt oder nicht in die Kammer gezogen wurde. Nutzen Sie vorhandene Schlaufen für Gurt und Strippen sowie Klettverschlüsse, damit die Unterlage mit dem Sattel verbunden bleibt. Nach dem Auflegen ziehen Sie die Schabracke vorn in den Wirbelkanal des Sattels hoch. Dieses Einkammern verhindert laut einer Schweizer Sattlerei auch, dass Nähte auf den Rücken drücken.

Dieselbe Sattlerei rät, Sattel und Unterlage zunächst etwas zu weit vorn aufzulegen und dann mit dem Fellwuchs in die Sattellage zu schieben. Rutscht der ganze Sattel nach hinten, sollte eine Sattlerin oder ein Sattler Passform und Gurtlage prüfen. Für sehr athletische Pferde gibt es zudem speziell geschwungene Gurte.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (2)

Was bringt ein Sattelpad und ist es sinnvoll?

Ein Sattelpad kann Druckspitzen unter dem Sattel dämpfen, ersetzt aber keinen passenden Sattel. Es liegt zusätzlich zur Schabracke, ist an den Seiten kürzer und soll Stöße abfedern oder muskuläre Unterschiede vorübergehend ausgleichen. In einem Test der Zeitschrift Cavallo senkten alle geprüften Pads aus Gel, Schaum oder Lammfell die gemessenen Druckspitzen, die Unterschiede zwischen den Modellen waren gering.

Dicke Pads können allerdings die Kammer am Widerrist verengen und so die Passform verschlechtern. Sattler empfehlen deshalb möglichst dünne Unterlagen, die flächig aufliegen. Ob Ihr Pferd ein Pad braucht, etwa nach Muskelabbau oder in der Ausbildung, klären Sie am besten mit Ihrer Sattlerin oder Ihrem Sattler.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (2)

Warum legt man Lammfell unter den Sattel?

Lammfell kommt unter den Sattel, weil es weich ist, Stöße dämpft und als Naturmaterial atmungsaktiv und temperaturausgleichend wirkt. Im Test der Zeitschrift Cavallo verringerte ein Lammfellpad die Druckspitzen, verteilte den Druck aber auf eine kleinere Fläche als der Sattel mit normaler Satteldecke. Die Testreiterin sah es deshalb eher als Lösung für sensible Pferde oder Pferde mit wenig Rückenmuskulatur.

Lammfell braucht Pflege: Es sollte regelmäßig gebürstet werden, nach dem Reiten gut trocknen und mit speziellem Waschmittel gewaschen werden. Verklumptes Fell erzeugt laut einem Sattelexperten in der Pferderevue zusätzlichen Druck. Günstig sind Pads, die in der Mitte ohne Fell auskommen, weil sie sich besser einkammern lassen.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (3)

Ist Reiten mit Reitpad oder mit Sattel besser für den Pferderücken?

Für regelmäßiges und längeres Reiten ist ein passender Sattel die bessere Wahl, denn ein Reitpad hat keinen Sattelbaum, der das Reitergewicht verteilt. Eine Sattlerei nennt in ihrem Infoblatt für das Bareback-Pad einen Rahmen von höchstens etwa 20 Minuten bei einem gut trainierten Pferd. Sie warnt außerdem, dass viele Pads den Reiter nicht in eine günstige Sitzposition bringen. Auf Turnieren nach LPO ist ein Sattel mit Sattelbaum vorgeschrieben.

Für kurze Einheiten oder zur Schulung des Sitzes kann ein Pad eine Ergänzung sein. Eine dünne Unterlage darunter hält das Pad sauber, wichtig ist, dass sie faltenfrei liegt und die Wirbelsäule frei bleibt. Zeigt Ihr Pferd Rückenprobleme, sollte ein Tierarzt die Ursache klären.

Mehr dazu im Ratgeber: Schabracke oder Satteldecke: Unterschied, Formen und Passform

Quellen (3)

Ab wann sollte man mit Sporen reiten und wozu dienen sie?

Mit Sporen sollten Sie erst reiten, wenn Sie einen ausbalancierten Sitz und eine ruhige Schenkellage haben, denn Sporen ersetzen den treibenden Schenkel nicht. Sie sollen die Hilfen in der weiteren Ausbildung durch gezielte, kurze Impulse verfeinern und das Pferd nicht dauerhaft antreiben. Sprenger rät, auch bei jungen Pferden anfangs auf Sporen zu verzichten, bis sie die Hilfe des flachen Schenkels verstehen.

Einsteiger beginnen nach Empfehlung des Herstellers mit abgerundeten Sporen oder Kugelsporen mit kurzem Dorn. Bei sensiblen Pferden, im Fellwechsel oder bei geschorenem Fell eignen sich weiche Modelle mit breitem Rad. Falsch eingesetzt stumpfen Sporen das Pferd ab und können es im schlimmsten Fall verletzen.

Quellen (1)

Welche Sporen sind auf Turnieren erlaubt?

Auf Turnieren nach LPO sind Sporen aus Metall oder Kunststoff mit einer Gesamtlänge von höchstens 4,0 cm erlaubt, gemessen ab dem Stiefel. Der Dorn muss waagerecht oder nach unten geneigt sitzen, und die Enden dürfen bei normalem Einsatz keine Verletzungen verursachen. Rädchen sind zulässig, Zacken dagegen nicht.

Der Ausrüstungskatalog der FN zeigt als zulässige Beispiele unter anderem Sporen mit Kugelende, Sporen mit Dorn, Schwanenhalssporen, Hammersporen und verschiedene Rädchensporen. Ein Rad mit abgerundeten Zacken gehört nicht dazu. Maßgeblich sind immer die aktuelle Fassung des Katalogs und die Ausschreibung der jeweiligen Prüfung.

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Quellen (2)

Wann und wie ziehe ich den Sattelgurt richtig fest?

Ziehen Sie den Sattelgurt in mehreren Schritten fest, nicht auf einmal: Zuerst wird er nur locker angelegt und leicht angezogen. Eine Schweizer Sattlerei empfiehlt, vor dem Verlassen des Putzplatzes ein erstes Mal und nach einigen Schritten erneut nachzugurten. Fest gegurtet wird erst nach dem Aufsitzen vom Sattel aus, wenn das Pferd ein paar Schritte gegangen ist.

Zu schnelles und ruckartiges Angurten ist unangenehm und kann Gurtzwang begünstigen. Ziehen Sie vor dem Aufsteigen die Vorderbeine kurz nach vorn, damit sich unter dem Gurt keine Hautfalten bilden. Richtig liegt der Gurt etwa eine Handbreit hinter dem Ellbogen. Lässt er sich schon im ersten Loch nur mit viel Kraft schließen, ist er wahrscheinlich zu kurz.

Quellen (1)

Welche Sattelgurtlänge brauche ich?

Die passende Gurtlänge ermitteln Sie am gesattelten, gleichmäßig gegurteten Pferd. Für einen Kurzgurt messen Sie laut dem Hersteller Mattes von Sattelblattunterkante zu Sattelblattunterkante, ziehen 30 cm ab und runden auf die nächste erhältliche Länge auf. Beim Langgurt messen Sie nach dem Nachgurten vom zweiten Loch der Gurtstrippe von unten auf der einen Seite bis zum zweiten Loch auf der anderen Seite.

Wichtig ist, dass die Schnallen deutlich oberhalb des Bewegungsbereichs des Ellbogens liegen. Gemessen werden Sattelgurte von Schnalle zu Schnalle. Ist ein Kurzgurt zu kurz, liegen die Strippen länger am Rumpf auf und erzeugen mehr punktuellen Druck.

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Quellen (3)

Welches Material ist für einen Sattelgurt gut geeignet?

Gut geeignet ist ein stabiler, gut gepolsterter Gurt, der seine Form hält, bewährt haben sich vor allem weiches Leder und hochwertige Schnurgurte. Leder ist laut Fachleuten in der Pferderevue haltbar und formstabil, aber pflegeintensiv. Schnurgurte verteilen den Druck nach Angaben einer Physiotherapeutin sehr gleichmäßig. Neopren ist günstig und waschbar, kann aber starkes Schwitzen fördern und eignet sich nur für gerade geschnittene Gurte.

Bei Gummizügen raten die befragten Experten zur Vorsicht: Einseitige Elastikeinsätze erzeugen ungleiche Spannung, und ausgeleierte Einsätze verleiten dazu, zu fest zu gurten. Ein fest angenähtes Lammfell kann den Druck verteilen, ist aber schwer zu reinigen und verklumpt leicht.

Quellen (1)

Worauf muss ich bei Steigbügel und Steigbügelriemen achten?

Der Steigbügel muss so breit sein, dass Ihr Fuß ihn schnell aufnehmen und wieder loslassen kann, so zitiert der Ausrüstungskatalog der FN die Richtlinien für Reiten und Fahren. Die Steigbügelriemen müssen frei von der Sturzfeder des Sattels herabhängen, damit die Sturzfeder auslösen kann.

Auf Turnieren dürfen Steigbügelriemen auch unter dem Sattelblatt verlaufen, solange die Sturzfeder auslösen kann und der Riemen beweglich bleibt. Reitstiefel dürfen laut FN nicht am Sattel oder Steigbügel befestigt werden. Prüfen Sie Riemen und Bügel regelmäßig auf Risse und Verschleiß, denn sie tragen bei jedem Aufsteigen Ihr ganzes Gewicht.

Quellen (2)

Wann wurde der Steigbügel erfunden und wann kam er nach Europa?

Der älteste bekannte Steigbügel aus Eisen stammt aus einem Grab in der Mongolei und wird auf die Zeit zwischen 243 und 405 n. Chr. datiert, wie Spektrum der Wissenschaft über eine Studie in der Fachzeitschrift Antiquity berichtet. Die Forschenden vermuten, dass feste Sättel mit Steigbügeln im 4. oder 5. Jahrhundert entstanden und ab dem 6. Jahrhundert in Ostasien verbreitet waren.

Nach Mitteleuropa gelangte der Steigbügel ab dem 6. Jahrhundert über den Balkan mit dem Reitervolk der Awaren, so beschreibt es eine Objektbeschreibung auf museum-digital Westfalen. Anfangs bestanden Steigbügel aus Stricken und Leder, später setzten sich eiserne Modelle durch. Zusammen mit dem Sattel gaben sie dem Reiter deutlich mehr Halt.

Quellen (2)

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