Welche Kleidung ist auf dem Turnier vorgeschrieben?
Auf Turnieren nach LPO tragen Sie in Dressur und Springen eine helle Reithose (Stiefelhose), ein Jackett und ein Hemd mit Krawatte oder eine Bluse, gegebenenfalls mit Plastron. Dazu kommen dunkle Reitstiefel oder dunkle Stiefeletten mit gleichfarbigen Chaps. Ein Reithelm nach EN 1384 ist in allen Disziplinen Pflicht, auch auf dem Vorbereitungsplatz und bei der Siegerehrung.
Die Einzelheiten regelt der Ausrüstungskatalog der FN, maßgeblich ist immer die Ausschreibung. Bei Breitensport-Wettbewerben nach WBO genügt funktionale, möglichst enganliegende Reitbekleidung mit knöchelhohem Schuhwerk mit Absatz.
Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand
Die Kleidung auf Turnieren regelt der Ausrüstungskatalog der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als Ergänzung zur Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO). Die folgenden Angaben beziehen sich auf den Stand Februar 2026 für Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Maßgeblich ist immer die Ausschreibung der jeweiligen Prüfung.
Was muss ich in einer Dressurprüfung tragen?
In Dressurprüfungen tragen Sie eine helle Stiefelhose, ein Jackett und dazu ein Hemd mit Krawatte oder eine Bluse. Hemd und Bluse dürfen kurzärmlig, langärmlig oder ärmellos sein, gegebenenfalls kommt ein Plastron dazu. In den Klassen M und S sind zusätzlich helle Handschuhe vorgeschrieben. In Klasse S darf statt des Jacketts ein Reitfrack getragen werden.
Was gilt in Springprüfungen?
Im Springen gilt ebenfalls: helle Stiefelhose, Jackett und Hemd mit Krawatte oder Bluse. Bei der Farbe des Jacketts gibt es eine Einschränkung. Ein hellrotes oder signalrotes Jackett ist erst ab Klasse M** zugelassen.
Was trage ich in der Vielseitigkeit?
In der Teilprüfung Dressur gelten die Regeln der Dressur, ein Frack ist allerdings erst ab VM zugelassen. Im Gelände sind die Oberteile frei wählbar, die Stiefelhose bleibt aber Pflicht. Dazu ist eine Schutzweste mit schützenden Elementen im Rücken- und Brustbereich vorgeschrieben. Empfohlen wird eine Weste nach EN 13158, Level 3, eine Airbagweste kann zusätzlich getragen werden. In der Teilprüfung Springen gelten die Regeln des Springens.
| Disziplin | Hose | Oberteil | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Dressur | helle Stiefelhose | Jackett, Hemd mit Krawatte oder Bluse | Kl. M und S: helle Handschuhe, Kl. S: Frack möglich |
| Springen | helle Stiefelhose | Jackett, Hemd mit Krawatte oder Bluse | rotes Jackett erst ab Kl. M** |
| Vielseitigkeit Gelände | Stiefelhose | beliebig | Schutzweste Pflicht |
Welche Stiefel und Sporen sind erlaubt?
Erlaubt sind dunkle Reitstiefel oder dunkle Stiefeletten mit gleichfarbigen, enganliegenden Chaps. Der Absatz muss ausreichend ausgeprägt sein, Reißverschluss, Elastikeinsatz und Schnürung sind zulässig.
- Sporen dürfen insgesamt höchstens 4,0 cm lang sein, gemessen ab dem Stiefel.
- Der Dorn muss waagerecht oder nach unten geneigt sitzen.
- Rädchen sind zulässig, Zacken nicht.
Brauche ich auf dem Turnier immer einen Reithelm?
Ja, in allen Disziplinen ist ein Reithelm vorgeschrieben, auch auf dem Vorbereitungsplatz und bei der Siegerehrung. Der Helm muss der Europäischen Norm EN 1384 entsprechen. Helme nach der Übergangsnorm VG1 erfüllen laut FN ebenfalls die Anforderungen.
Gibt es Ausnahmen von der Anzugsordnung?
Ja, in allen Prüfungsarten und Klassen ist zusätzlich ein Vereins- oder Klubdress zugelassen, wenn er sich an die Vorschriften anlehnt. Angehörige von Bundeswehr und Polizei dürfen in Uniform starten.
Was gilt bei Wettbewerben nach WBO?
Bei Breitensport-Wettbewerben nach der Wettbewerbsordnung (WBO) sind die Regeln deutlich lockerer. Zulässig ist funktionale Reitbekleidung, die das Beurteilen des Sitzes erlaubt, also möglichst enganliegend und farblich vom Sattel abgesetzt. Als Schuhwerk genügt knöchelhoch schützendes Schuhwerk mit Absatz. In Führzügel- und Longenreiter-Wettbewerben sind keine Sporen erlaubt.
Quellen
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