Fragen zur Reitbekleidung
Hier beantworten wir häufige Fragen zur Reitbekleidung: Reithosen und Reitleggings, Reitsocken, Handschuhe und die Kleidung, die auf Turnieren vorgeschrieben ist. Die Grundregel der FN lautet: Eine Reithose liegt eng an und wirft keine Falten, damit am Sattel nichts scheuert. Im Laden in Tangstedt können Sie vieles vor dem Kauf anprobieren.
Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand
Was ist der Unterschied zwischen Reithose und Reitleggings, und was ist besser?
Reitleggings sind hochelastische Reithosen ohne Knopf und Reißverschluss, eine klassische Reithose wird dagegen mit Knopf und Reißverschluss geschlossen. So unterscheidet zum Beispiel der Hersteller Pikeur zwischen Tights beziehungsweise Reitleggings und klassischen Reithosen. Beide Varianten gibt es mit unterschiedlichen Besätzen für den Halt im Sattel.
Besser ist keine der beiden grundsätzlich, es kommt auf Ihr Sitzgefühl an. Wichtig ist bei beiden, dass der Stoff eng anliegt und keine Falten wirft. Die FN weist darauf hin, dass Falten und Nähte an den Innenseiten schnell zu Scheuerstellen führen.
Mehr dazu im Ratgeber: Vollbesatz, Kniebesatz oder Grip? Welche Reithose zu Ihnen passt
Quellen (2)
Was macht eine gute Reithose aus?
Eine gute Reithose sitzt wie eine zweite Haut, ist elastisch und am Bein lang genug, damit nichts scheuert. So beschreibt es die Fachzeitschrift Cavallo. Die FN ergänzt, dass die Hose keine Falten werfen sollte, weil Nähte an den Innenseiten schnell schmerzhafte Scheuerstellen verursachen.
Üblich sind Mischgewebe, etwa Baumwolle mit Elasthan oder Mikrofaser. Danach entscheidet der Besatz: Vollbesatz gibt viel Kontakt zum Sattel, Kniebesatz lässt mehr Bewegungsfreiheit. Weil jede Hose anders sitzt, lohnt sich die Anprobe. In unserem Laden in Tangstedt können Sie Reithosen vor dem Kauf anprobieren.
Mehr dazu im Ratgeber: Vollbesatz, Kniebesatz oder Grip? Welche Reithose zu Ihnen passt
Warum sind Reithosen so eng?
Reithosen sind eng geschnitten, damit sich zwischen Bein und Sattel keine Falten bilden, die beim Reiten scheuern. Die FN beschreibt die Reithose genau so: Sie liegt eng an und wirft keine Falten. Schon für die ersten Reitstunden empfiehlt der Verband deshalb eine enganliegende Hose.
Dazu kommt ein zweiter Grund: Der Sitz soll sich beurteilen lassen. Für Wettbewerbe im Breitensport nach WBO nennt die FN deshalb funktionale Reitbekleidung, die möglichst eng anliegt und sich farblich vom Sattel abhebt. Bequem bleibt die Hose trotzdem, weil die Stoffe meist Elasthan enthalten.
Welche Reithose eignet sich für den Sommer?
Für den Sommer eignet sich eine Reithose aus dünnem Funktionsmaterial wie Mikrofaser, weil sie Feuchtigkeit nach außen leitet und schnell trocknet. Laut Cavallo haben solche Funktionsstoffe der reinen Baumwolle bei warmem Wetter den Rang abgelaufen.
Auch der Besatz spielt eine Rolle. Ein Silikon-Grip wird direkt auf den Stoff aufgebracht, der dadurch elastisch und atmungsaktiv bleibt. Cavallo hat im Labortest allerdings festgestellt, dass Grip-Besätze schneller abreiben als Kunstlederbesatz. Wer im Sommer stark schwitzt, trägt darunter am besten luftige Unterwäsche aus Mikrofaser ohne Nähte im Schritt.
Mehr dazu im Ratgeber: Vollbesatz, Kniebesatz oder Grip? Welche Reithose zu Ihnen passt
Quellen (3)
Was bedeutet Vollbesatz bei einer Reithose?
Vollbesatz bedeutet, dass der haftende Besatz vom Gesäß über die Innenseiten der Oberschenkel bis zum Knie reicht. Beim Kniebesatz sitzt er nur an der Innenseite der Knie. Vollbesatz gibt also viel Kontakt zum Sattel, Kniebesatz lässt mehr Bewegungsfreiheit. Welcher Besatz zu welcher Disziplin passt, erklärt unser Ratgeber ausführlich.
Über das Material sagt der Begriff nichts: Vollbesatz gibt es aus Leder, Kunstleder oder als Grip. Hersteller wie Pikeur führen Voll- und Kniebesatz als eigene Modellreihen mit verschiedenen Grip-Varianten.
Mehr dazu im Ratgeber: Vollbesatz, Kniebesatz oder Grip? Welche Reithose zu Ihnen passt
Quellen (3)
Was ist eine Jodhpur-Reithose?
Eine Jodhpur-Reithose ist eine Reithose mit langem, geradem oder leicht ausgestelltem Bein, die zu Stiefeletten statt zu hohen Reitstiefeln getragen wird. Der Duden beschreibt die Jodhpur als oben weite, ab dem Knie enge Reithose. Der Name stammt aus dem Englischen und geht auf die indische Stadt Jodhpur zurück.
Jodhpurs werden mit knöchelhohen Stiefeletten kombiniert, die einen kleinen Absatz haben sollten. Auf Turnieren nach LPO ist dagegen eine helle Stiefelhose vorgeschrieben, getragen mit dunklen Reitstiefeln oder mit dunklen Stiefeletten und gleichfarbigen, enganliegenden Chaps.
Was zieht man unter der Reithose an?
Unter der Reithose tragen Sie am besten nahtlose Unterwäsche oder Modelle mit etwas längerem Bein und ohne Nähte im Schritt. Darauf weisen Fachleute in der Zeitschrift Cavallo hin, weil drückende Nähte und Spitze zu Scheuerstellen führen können. Auch Radler-Unterwäsche hilft gegen Wundreiten.
Als Material empfiehlt Cavallo luftige Mikrofaser, die Feuchtigkeit nach außen leitet. Jeans sind zum Reiten dagegen nicht zu empfehlen. Bei Kälte stellt sich die Frage, ob Funktionsunterwäsche unter der normalen Reithose reicht oder eine Thermoreithose die bessere Wahl ist.
Mehr dazu im Ratgeber: Winterreithose und Thermoreithose: warm und beweglich im Sattel
Quellen (1)
Warum trägt man beim Reiten lange Reitsocken?
Lange Reitsocken oder Kniestrümpfe sorgen dafür, dass im Reitstiefel nichts rutscht oder drückt. Der Hersteller Pikeur beschreibt seine Reitstrümpfe als rutschfest im Stiefel, mit sicherem Halt ohne Druckstellen.
Gerade bei neuen, noch harten Lederstiefeln ist dünnes Material wichtig. Das Magazin pferde.de rät für die Einlaufzeit zu dünnen Nylonstrümpfen, weil sie weniger feucht werden und besser rutschen. Zu Stiefeletten ersetzen Kniestrümpfe keine Chaps: Laut FN-Magazin geben Socken dem Unterschenkel keinen Halt, und es können Druck- oder Scheuerstellen an Wade und Knöchel entstehen.
Wie wasche ich eine Reithose richtig?
Waschen Sie eine Reithose auf links gedreht mit Feinwaschmittel und ohne Weichspüler, die passende Temperatur steht auf dem Pflegeetikett. Der Hersteller Busse empfiehlt außerdem, vorher Reißverschlüsse, Knöpfe und Klettverschlüsse zu schließen und die Hose nur mit ähnlichen Farben zu waschen.
Zum Trocknen hängen Sie die Hose am besten auf einen breiten, vorgeformten Bügel und lassen sie langsam trocknen. Sorgfalt lohnt sich besonders bei Silikon-Grip, denn laut einem Labortest von Cavallo reiben Grip-Besätze schneller ab als Kunstleder. Ein geringer Farbverlust ist laut Busse bei manchen Modellen möglich.
Quellen (2)
Wozu braucht man Reithandschuhe?
Reithandschuhe schützen die Hände vor Verletzungen durch den Zügel und sorgen für einen sicheren Griff. Die FN betont, dass sie eng genug anliegen müssen, damit Sie ein gutes Gefühl für die Zügelführung behalten. Laut Cavallo unterscheiden sie sich von normalen Handschuhen vor allem durch diesen sicheren Zügelgriff.
Auch am Boden sind Handschuhe sinnvoll: Für Führübungen und Bodenarbeit nennt das FN-Magazin feste Schuhe und Handschuhe unerlässlich. Auf Turnieren schreibt der Ausrüstungskatalog der FN in Dressurprüfungen der Klassen M und S helle Handschuhe vor.
Welche Größe brauche ich bei Reithandschuhen?
Die Handschuhgröße ergibt sich aus dem Handumfang, gemessen an der breitesten Stelle knapp unterhalb der Fingerknöchel, ohne den Daumen. Der Handschuhhersteller Roeckl ordnet bei Damen zum Beispiel 17 cm der Größe 7 und 20 cm der Größe 8 zu. Bei Herren entsprechen 22,5 cm der Größe 9 und 25,5 cm der Größe 10.
Liegen Sie zwischen zwei Größen, rät Roeckl bei Leder zur kleineren, weil sich das Material der Hand anpasst und etwas weitet. Reithandschuhe sollen eng anliegen, damit Sie den Zügel gut fühlen. Am sichersten ist die Anprobe, im Laden in Tangstedt ist das möglich.
Quellen (2)
Was braucht ein Kind für die ersten Reitstunden, und ab wann lohnt sich eine Reithose?
Für die ersten Reitstunden reichen laut FN ein Reithelm, eine enganliegende Hose und feste Schuhe. Die Schuhe sollten mindestens knöchelhoch sein und eine durchgehende Sohle mit kleinem Absatz haben, damit der Fuß nicht durch den Steigbügel rutscht. Beim Helm rät die FN zu keinen Kompromissen, Fahrradhelme sind zum Reiten ungeeignet.
Eine Reithose lohnt sich, sobald Ihr Kind regelmäßig reitet, denn Nähte an den Innenseiten normaler Hosen scheuern schnell. Eine Sicherheitsweste hält die FN für das Erlernen der Grundlagen nicht für nötig, eine schlecht sitzende Weste kann den Sitz sogar behindern.
Quellen (2)
Welche Kleidung ist auf dem Turnier vorgeschrieben?
Auf Turnieren nach LPO tragen Sie in Dressur und Springen eine helle Reithose (Stiefelhose), ein Jackett und ein Hemd mit Krawatte oder eine Bluse, gegebenenfalls mit Plastron. Dazu kommen dunkle Reitstiefel oder dunkle Stiefeletten mit gleichfarbigen Chaps. Ein Reithelm nach EN 1384 ist in allen Disziplinen Pflicht, auch auf dem Vorbereitungsplatz und bei der Siegerehrung.
Die Einzelheiten regelt der Ausrüstungskatalog der FN, maßgeblich ist immer die Ausschreibung. Bei Breitensport-Wettbewerben nach WBO genügt funktionale, möglichst enganliegende Reitbekleidung mit knöchelhohem Schuhwerk mit Absatz.
Muss eine Turnierreithose weiß sein?
Nein, die Regeln verlangen keine weiße, sondern eine helle Reithose. Der Ausrüstungskatalog der FN nennt für Dressur und Springen sowie für die Teilprüfungen Dressur und Springen der Vielseitigkeit jeweils eine helle Stiefelhose. Weiß erfüllt diese Vorgabe immer, andere helle Töne aber ebenso.
Im Gelände sind die Oberteile frei wählbar, eine Stiefelhose bleibt aber vorgeschrieben. Für Wettbewerbe nach WBO verlangt die FN nur funktionale, enganliegende Kleidung mit farblichem Kontrast zum Sattel. Prüfen Sie im Zweifel die Ausschreibung, denn sie ist maßgeblich.
Welche Farbe darf ein Turnierjacket haben?
Der Ausrüstungskatalog der FN schreibt für Dressur und Springen ein Jackett vor, nennt bei der Farbe aber nur eine Einschränkung: Ein hellrotes oder signalrotes Jackett ist im Springen erst ab Klasse M** zugelassen. Weitere Farbvorgaben für das Jackett enthält der Katalog nicht, maßgeblich ist die Ausschreibung.
Statt des Jacketts darf in Dressurprüfungen der Klasse S ein Reitfrack getragen werden, in der Vielseitigkeit ab VM. Zusätzlich ist in allen Prüfungen ein Vereins- oder Klubdress zugelassen, wenn er sich an die Anzugsvorschriften anlehnt. Im Gelände der Vielseitigkeit sind die Oberteile frei wählbar.
Was muss ich beim Turniershirt beachten?
Beim Turniershirt lässt der Ausrüstungskatalog der FN mehrere Varianten zu: Erlaubt sind ein Hemd oder hemdähnliches Oberteil mit Krawatte oder eine Bluse beziehungsweise ein blusenähnliches Oberteil. Das Oberteil darf kurzärmlig, langärmlig oder sogar ärmellos sein, in der Dressur gegebenenfalls mit Plastron.
Getragen wird es in Dressur und Springen unter dem Jackett. Die Packliste der FN für den Turnierstart nennt deshalb Jackett, Turnierbluse oder Turnierhemd und Plastron, Kragen oder Krawatte als Einheit. Planen Sie Ersatzkleidung ein, auch diese steht auf der Packliste der FN.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Fragen Sie uns: im Laden in Tangstedt, telefonisch unter 04109 / 252173 oder über das Kontaktformular. Persönliche Beratung finden Sie auch unter Beratung.
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