Fachgeschäft in Tangstedt bei Hamburg
Ahrens Reitsport

Fragen zu Reithelmen

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Reithelmen: Größe, Sitz, Kopfform, Normen, Lebensdauer und Helme für Kinder. Ein Reithelm schützt nur dann richtig, wenn er die geltende Norm EN 1384 erfüllt und genau passt. Nach einem Sturz oder spätestens nach einigen Jahren Nutzung muss er ersetzt werden.

Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand

Welche Reithelmgröße brauche ich und wie messe ich meinen Kopfumfang?

Ihre Reithelmgröße entspricht dem Kopfumfang in Zentimetern, gemessen mit einem flexiblen Maßband an der breitesten Stelle des Kopfes knapp oberhalb der Augenbrauen und Ohren. Diesen Wert vergleichen Sie mit der Größentabelle des jeweiligen Herstellers.

Viele Helme mit Drehrad decken mehrere Zentimeter ab, zum Beispiel eine Größe S bis M für 55 bis 57 cm. Helme ohne Drehrad gibt es dagegen in einzelnen Größen, sie müssen gleich beim ersten Aufsetzen genau passen. Die Messung ist nur ein Startwert: Erst die Anprobe zeigt, ob die Innenform zu Ihrem Kopf passt.

Mehr dazu im Ratgeber: Sitzt mein Reithelm richtig? Der Passform-Check in sechs Schritten

Quellen (3)

Woran erkenne ich, dass mein Reithelm richtig sitzt?

Ein Reithelm sitzt richtig, wenn er auch bei offenem Kinnriemen fest bleibt, während Sie den Kopf kräftig schütteln und sich nach vorn beugen. Er liegt mittig und waagerecht, knapp über den Ohren und etwa ein bis zwei Fingerbreit über den Augenbrauen.

Wenn Sie den Helm am Schirm leicht hin und her bewegen, sollten sich Ihre Augenbrauen mitbewegen. Der geschlossene Kinnriemen lässt etwa zwei Finger Platz. Drückt der Helm nur an einzelnen Stellen oder liegt er bloß oben auf, passt das Modell nicht zu Ihrer Kopfform.

Mehr dazu im Ratgeber: Sitzt mein Reithelm richtig? Der Passform-Check in sechs Schritten

Quellen (3)

Welcher Reithelm passt zu meiner Kopfform, zum Beispiel bei einem schmalen Kopf?

Zu Ihrer Kopfform passt ein Helm, der den Kopf rundum gleichmäßig umschließt, ohne an einzelnen Stellen zu drücken. Köpfe sind rund oder oval, und nicht jedes Modell passt zu jeder Form, auch wenn der Umfang stimmt.

Einzelne Druckpunkte bei der Anprobe sind laut den Helmanpassern von Charles Owen meist ein Zeichen für das falsche Modell. Eine größere Größe löst das Problem dann nicht. Hersteller arbeiten deshalb mit unterschiedlichen Schalen und Innenpolstern. Bei einem schmalen Kopf lohnt es sich, mehrere Marken direkt nacheinander zu probieren, etwa in unserer Helmberatung in Tangstedt.

Mehr dazu im Ratgeber: Sitzt mein Reithelm richtig? Der Passform-Check in sechs Schritten

Quellen (2)

Wie lange darf man einen Reithelm tragen?

Einen Reithelm sollten Sie je nach Nutzung nach drei bis fünf Jahren ab dem ersten Gebrauch ersetzen, so empfiehlt es die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN). Ein unbenutzter Helm hält höchstens acht Jahre ab dem Produktionsdatum, das als Datumsuhr oder Aufkleber innen im Helm steht.

Einzelne Hersteller nennen eigene Fristen, maßgeblich ist daher die Gebrauchsanleitung Ihres Modells. Hitze über 60 °C, etwa auf der Hutablage im Auto, starke UV-Strahlung und Chemikalien lassen die Materialien schneller altern. Lagern Sie den Helm kühl, trocken und dunkel.

Mehr dazu im Ratgeber: Reithelm-Normen erklärt: EN 1384:2023, VG1 und wann ein Helm getauscht werden muss

Quellen (3)

Muss ich meinen Reithelm nach einem Sturz austauschen?

Ja, nach einem Sturz oder Schlag auf den Helm sollten Sie ihn ersetzen, auch wenn er äußerlich heil aussieht. Ein Reithelm dämpft den Aufprall, indem Schale und Polsterung sich teilweise verformen oder zerstört werden. Diese Schäden sind oft unsichtbar.

Das gilt laut FN auch dann, wenn der Helm Ihnen aus der Hand auf den Boden gefallen ist. Eine erneute Belastung kann ein vorgeschädigter Helm nicht mehr zuverlässig abfangen. Sind Sie unsicher, lassen Sie den Helm im Fachhandel ansehen.

Mehr dazu im Ratgeber: Reithelm-Normen erklärt: EN 1384:2023, VG1 und wann ein Helm getauscht werden muss

Quellen (3)

Worauf muss ich beim Kauf eines Reithelms für mein Kind achten?

Ein Kinderreithelm muss die geltende Norm EN 1384 erfüllen und genau passen, er darf also nicht auf Zuwachs gekauft werden. Ein zu großer Helm schützt im Moment des Aufpralls nicht ausreichend, betont der Helmhersteller Charles Owen.

Die FN rät in ihrem Elternratgeber zu einem gut belüfteten Helm mit Drei- oder Vierpunktbefestigung und Einstellriemen, gekauft mit Beratung im Fachgeschäft. Probieren Sie den Helm gemeinsam mit Ihrem Kind an und prüfen Sie den Sitz regelmäßig, denn der Kopf wächst bis zur Pubertät langsam mit. Für die ersten Stunden können Sie in der Reitschule nach Leihhelmen fragen.

Mehr dazu im Ratgeber: Sitzt mein Reithelm richtig? Der Passform-Check in sechs Schritten

Quellen (3)

Kann ich zum Reiten auch einen Fahrradhelm tragen?

Nein, ein Fahrradhelm ersetzt keinen Reithelm, weil er nicht für einen Sturz vom Pferd konzipiert ist. Darauf weist die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) ausdrücklich hin. Vom Pferd fällt man meist aus deutlich größerer Höhe als vom Fahrrad.

Ein Reithelm wird nach der Reithelmnorm EN 1384 geprüft und muss eine Drei- oder Vierpunktbefestigung haben. Für die ersten Reitstunden können Sie in der Reitschule nach Leihhelmen fragen. Außerdem gibt es günstige Einsteigermodelle, die der aktuellen Europäischen Norm entsprechen.

Quellen (2)

Welcher Reithelm eignet sich bei langen Haaren?

Bei langen Haaren eignen sich Reithelme mit einer Öffnung am Hinterkopf, durch die Sie den Pferdeschwanz oberhalb des Drehrads führen können. Solche Aussparungen nennt zum Beispiel uvex bei einzelnen Modellen ausdrücklich als Komfortmerkmal.

Wichtig ist, dass die Frisur die Passform nicht verändert. Die Helmanpasser von Charles Owen prüfen den Sitz zuerst mit offenem Haar oder tiefem Zopf. Ein dicker Dutt oder verdrehtes Haar unter der Schale erzeugt Druckstellen. Messen und probieren Sie den Helm deshalb mit der Frisur, mit der Sie auch reiten.

Mehr dazu im Ratgeber: Sitzt mein Reithelm richtig? Der Passform-Check in sechs Schritten

Quellen (3)

Warum trägt man ein Haarnetz unter dem Reithelm?

Ein Haarnetz hält lange Haare flach und ordentlich am Kopf, sodass sie unter dem Helm keine Wülste bilden und die Passform nicht verändern. Gleichzeitig sorgt es für das gepflegte Erscheinungsbild, das auf Turnieren üblich ist.

Charles Owen beschreibt dafür einen tiefen Zopf im Haarnetz, der flach am Hinterkopf aufgefächert wird. Alternativ formen Sie einen tiefen, flachen Knoten im Nacken, der nicht mit der Begurtung kollidiert. Ein Haarnetz mit glatter, knotenfreier Naht vermeidet zusätzliche Druckpunkte.

Quellen (2)

Was ist MIPS und welche Reithelme haben MIPS?

MIPS ist eine reibungsarme Gleitschicht im Helm, die sich bei schrägen Aufprallen um etwa 10 bis 15 mm bewegt und so Rotationskräfte auf den Kopf verringern soll. Der Hersteller betont, dass auch MIPS nicht vor allen Verletzungen schützt.

Reithelme mit MIPS gibt es von mehreren Marken. Uvex bietet zum Beispiel den exxential III MIPS an, Charles Owen nennt die Modelle Halo, My PS und MS1 Pro. Sie erkennen das System an einem gelben MIPS-Punkt außen am Helm und an der Angabe auf der Verpackung. MIPS ergänzt die Norm, ersetzt aber nicht die richtige Passform.

Ausführliche Antwort lesen

Quellen (4)

Welcher Reithelm ist der sicherste?

Den einen sichersten Reithelm gibt es nicht. Am sichersten ist ein Helm, der die aktuelle Norm EN 1384 erfüllt und genau auf Ihren Kopf passt. Ein schlecht sitzender Helm kann sich beim Sturz verschieben und verliert dadurch Schutzwirkung.

Helme mit mehreren Prüfnormen sind gegen mehr Aufprallarten getestet, erklärt Charles Owen. Eine unabhängige Orientierung bietet die Virginia Tech in den USA: Sie bewertet Reithelme mit 16 Labortests im STAR-System danach, wie gut sie das Risiko einer Gehirnerschütterung senken.

Mehr dazu im Ratgeber: Reithelm-Normen erklärt: EN 1384:2023, VG1 und wann ein Helm getauscht werden muss

Quellen (3)

Ist ein teurer Reithelm sicherer als ein günstiger?

Nicht automatisch, denn jeder Reithelm mit gültiger Norm hat dieselben Mindestprüfungen bestanden. Ausreichender Schutz setzt laut dem Helmsystem-Anbieter MIPS keinen hohen Preis voraus.

Die FN weist darauf hin, dass es Einsteigermodelle gibt, die der aktuellen Europäischen Norm entsprechen. Teurere Helme bieten oft zusätzliche Merkmale wie Rotationsschutz, mehrere Prüfnormen, feinere Verstellsysteme oder waschbare Polster. Entscheidend bleibt in jeder Preisklasse, dass der Helm genau passt.

Quellen (3)

Welche Norm muss ein Reithelm auf dem Turnier haben?

Auf Turnieren nach der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) ist ein Reithelm nach der europäischen Norm EN 1384 mit Drei- oder Vierpunktbefestigung vorgeschrieben. Aktuell ist die Fassung EN 1384:2023.

Helme nach der früheren Übergangsregel VG1 01.040 2014-12 sind je nach Herstellungsdatum noch akzeptiert. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) weist aber darauf hin, dass solche Helme spätestens 2027 oder 2028 ausgetauscht werden müssen. Maßgeblich ist immer die gültige LPO.

Mehr dazu im Ratgeber: Reithelm-Normen erklärt: EN 1384:2023, VG1 und wann ein Helm getauscht werden muss

Quellen (3)

Kann ich einen gebrauchten Reithelm kaufen?

Von einem gebrauchten Reithelm raten Fachleute ab, weil Sie nicht wissen, ob er schon einen Sturz oder Schlag abbekommen hat. Solche Schäden an Schale und Polsterung sind oft nicht sichtbar, mindern den Schutz aber deutlich.

Hinzu kommt das Alter: Die FN empfiehlt einen Austausch nach drei bis fünf Jahren Nutzung, und auch ein unbenutzter Helm hält höchstens acht Jahre ab Produktionsdatum. Beim gebrauchten Helm ist beides schwer zu überprüfen.

Mehr dazu im Ratgeber: Reithelm-Normen erklärt: EN 1384:2023, VG1 und wann ein Helm getauscht werden muss

Quellen (2)

Ihre Frage ist nicht dabei?

Fragen Sie uns: im Laden in Tangstedt, telefonisch unter 04109 / 252173 oder über das Kontaktformular. Persönliche Beratung finden Sie auch unter Beratung.

Weitere Themen