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Ahrens Reitsport

Was ist MIPS und welche Reithelme haben MIPS?

MIPS ist eine reibungsarme Gleitschicht im Helm, die sich bei schrägen Aufprallen um etwa 10 bis 15 mm bewegt und so Rotationskräfte auf den Kopf verringern soll. Der Hersteller betont, dass auch MIPS nicht vor allen Verletzungen schützt.

Reithelme mit MIPS gibt es von mehreren Marken. Uvex bietet zum Beispiel den exxential III MIPS an, Charles Owen nennt die Modelle Halo, My PS und MS1 Pro. Sie erkennen das System an einem gelben MIPS-Punkt außen am Helm und an der Angabe auf der Verpackung. MIPS ergänzt die Norm, ersetzt aber nicht die richtige Passform.

Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand

Wie funktioniert MIPS im Reithelm?

MIPS ist eine reibungsarme Schicht zwischen Polsterung und Schaumschale, die sich bei schrägen Aufprallen um 10 bis 15 mm relativ zur Schale bewegen kann. So soll weniger Drehbewegung auf den Kopf übertragen werden. Das System wurde in Schweden von einem Neurochirurgen und einem Biomechaniker entwickelt und wiegt nach Herstellerangabe 25 bis 45 Gramm.

Der Hintergrund: Bei schrägen Stößen gilt die Rotation des Kopfes als häufige Ursache für Gehirnerschütterungen. Charles Owen erklärt das so, dass das Gehirn der Drehbewegung des Kopfes verzögert folgt. Die Gleitschicht nimmt einen Teil dieser Bewegung auf.

Welche Reithelme haben MIPS?

Reithelme mit MIPS bieten mehrere Marken an. Zwei Beispiele aus Herstellerangaben:

  • uvex: Der exxential III MIPS kombiniert eine höhenverstellbare MIPS-Innenschale mit einer Aussparung für den Pferdeschwanz und ist nach EN 1384:2023 und ASTM F1163-23 geprüft.
  • Charles Owen: Die Modelle Halo, My PS und MS1 Pro sind mit MIPS ausgestattet.

Ob ein Helm MIPS enthält, zeigt ein gelber Punkt mit MIPS-Logo außen am Helm. Bei manchen Modellen ist die Schicht in das Komfortpolster eingearbeitet und kaum zu sehen, die Verpackung bestätigt dann das System.

Ersetzt MIPS die Norm oder die Passform?

Nein, MIPS ist eine Ergänzung. Auf Turnieren zählt die Norm EN 1384, und schützen kann jeder Helm nur, wenn er fest und gleichmäßig sitzt. MIPS selbst weist darauf hin, dass kein Helm vor allen Verletzungen schützt, und warnt davor, die Schicht zu entfernen, zu verschieben oder einen Helm mit beschädigter Schicht weiter zu benutzen.

Gibt es unabhängige Tests zur Schutzwirkung von Reithelmen?

Ja, die Virginia Tech in den USA bewertet Reithelme im STAR-System. Jeder Helm durchläuft 16 Labortests mit zwei Prüfgeräten: Pendeltests bilden Stürze bei langsamem oder stehendem Pferd nach, Falltests auf eine schräge Fläche Stürze bei höherem Tempo. Gemessen werden lineare und rotatorische Beschleunigung des Kopfes.

Mehr Sterne bedeuten ein geringeres Risiko einer Gehirnerschütterung bei diesen Testaufprallen. Die Forscher betonen, dass auch der beste Helm keine Verletzung ausschließt, weil das individuelle Risiko von vielen Faktoren abhängt.

MerkmalNorm EN 1384MIPSSTAR-Bewertung
Was ist das?Pflichtprüfung für Reithelme in EuropaZusätzliche Gleitschicht im HelmUnabhängige Laborbewertung
Wer vergibt es?Prüfstelle nach europäischer NormHersteller Mips AB mit HelmmarkeVirginia Tech
Auf dem Turnier nötig?JaNeinNein

Gern vergleichen wir in unserer Helmberatung in Tangstedt Modelle mit und ohne MIPS direkt auf Ihrem Kopf.

Quellen

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