Welche Sattelgurtlänge brauche ich?
Die passende Gurtlänge ermitteln Sie am gesattelten, gleichmäßig gegurteten Pferd. Für einen Kurzgurt messen Sie laut dem Hersteller Mattes von Sattelblattunterkante zu Sattelblattunterkante, ziehen 30 cm ab und runden auf die nächste erhältliche Länge auf. Beim Langgurt messen Sie nach dem Nachgurten vom zweiten Loch der Gurtstrippe von unten auf der einen Seite bis zum zweiten Loch auf der anderen Seite.
Wichtig ist, dass die Schnallen deutlich oberhalb des Bewegungsbereichs des Ellbogens liegen. Gemessen werden Sattelgurte von Schnalle zu Schnalle. Ist ein Kurzgurt zu kurz, liegen die Strippen länger am Rumpf auf und erzeugen mehr punktuellen Druck.
Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand
Der Sattelgurt hält den Sattel in Position und liegt auf dem empfindlichen Brustbein und den Rippen. Experten in der Fachzeitschrift Pferderevue halten einen passenden Gurt deshalb für ebenso wichtig wie den passenden Sattel. Die richtige Länge sorgt dafür, dass die Schnallen nicht am Ellbogen drücken und der Sattel gleichmäßig gehalten wird.
Wie messe ich die Länge für einen Kurzgurt?
Gemessen wird am fertig gesattelten Pferd, auf beiden Seiten gleichmäßig gegurtet. Der Gurthersteller Mattes beschreibt dafür diese Schritte:
- Messen Sie unter dem Bauch hindurch von der Unterkante des einen Sattelblatts zur Unterkante des anderen.
- Ziehen Sie von diesem Maß 30 cm ab.
- Runden Sie auf die nächste erhältliche Gurtlänge auf.
Ein Beispiel des Herstellers: Gemessen werden 101 cm, abzüglich 30 cm ergeben sich 71 cm, gewählt wird ein Gurt mit 75 cm.
Wie messe ich die Länge für einen Langgurt?
Beim Langgurt messen Sie nach dem Nachgurten vom zweiten Loch der Gurtstrippe, von unten gezählt, auf der einen Seite bis zum zweiten Loch auf der anderen Seite. Dieses Maß entspricht laut Mattes der neuen Gurtlänge, gegebenenfalls runden Sie auf die nächste Größe auf. Sattelgurte werden von Schnalle zu Schnalle gemessen, die Gurtführung oberhalb der Schnallen sollte man laut einer Sattlerei mit berücksichtigen.
Wo sollen die Schnallen liegen?
Die Schnallen gehören deutlich oberhalb des Bewegungsbereichs des Ellbogens. Eine Physiotherapeutin betont in der Pferderevue, dass ein Kurzgurt so lang sein muss, dass der Ellbogen beim Zurückführen des Vorderbeins die Schnallen nicht berührt. Je kürzer der Gurt, desto länger liegen die Strippen am Rumpf auf und desto höher ist der punktuelle Druck. Sie empfiehlt deshalb einen Kurzgurt, der fast bis zum Sattelblatt reicht.
Kurzgurt oder Langgurt: Wo liegt der Unterschied?
Kurzgurte werden vor allem an Dressursätteln verwendet, Langgurte an Spring- und Vielseitigkeitssätteln. Langgurte verteilen den Druck nach Einschätzung eines Sattelexperten besser, Kurzgurte bringen das Reiterbein näher ans Pferd, weil die Schnallen nicht unter dem Sattelblatt liegen.
Welche Gurtform passt zu welchem Pferd?
Neben der Länge spielt die Form eine Rolle. Die Pferderevue beschreibt diese Varianten:
| Gurtform | Gedacht für |
|---|---|
| Geschweift oder anatomisch, mit verbreiterter Mitte | weniger Druck auf das Brustbein, bessere Druckverteilung |
| Asymmetrisch mit Verjüngung am Ellbogen | Pferde mit weit vorn liegender Gurtlage, etwa bei steiler Schulter |
| Mondgurt | runde Pferde mit wenig Widerrist, bei denen der Sattel nach vorn rutscht |
| Umgekehrt geschwungener Gurt | athletische Pferde, bei denen der Sattel nach hinten rutscht |
Woran erkenne ich einen zu kurzen Gurt?
Lässt sich der Gurt schon im ersten Loch nur mit viel Kraft schließen, ist er nach Erfahrung einer Schweizer Sattlerei wahrscheinlich zu kurz. Bei Unsicherheit hilft es, die Gurtlage gemeinsam mit einer Sattlerin oder einem Sattler zu beurteilen, denn Sattelgeometrie, Strippenlänge und Gurtlage des Pferdes beeinflussen die tatsächlich passende Länge.
Quellen
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