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Ahrens Reitsport

Wie viel Kraftfutter darf ein Pferd pro Mahlzeit bekommen?

Als Obergrenze gilt etwa 1 g Stärke und Zucker je kg Körpergewicht und Mahlzeit, für ein Pferd mit 600 kg also rund 600 g Stärke. Diesen Richtwert nennen die FN und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Die LfL begrenzt Kraftfutter insgesamt auf höchstens 1 kg je 100 kg Körpergewicht am Tag, Hafer auf 0,3 kg und Gerste oder Mais auf 0,2 kg je 100 kg Körpergewicht und Mahlzeit. Verteilen Sie die Tagesmenge auf mindestens zwei bis drei Mahlzeiten und geben Sie vorher Heu. Das sind Höchstwerte, viele Freizeitpferde brauchen deutlich weniger.

Von Julia Lühr, Ahrens Reitsport in Tangstedt · Stand

Ein Pferd sollte pro Mahlzeit höchstens etwa 1 g Stärke und Zucker je kg Körpergewicht bekommen. Diese Faustregel nennen sowohl die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) als auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in ihrer Gruber Tabelle zur Pferdefütterung. Für ein Pferd mit 600 kg sind das rund 600 g Stärke je Mahlzeit. Die folgenden Richtwerte stammen aus der Gruber Tabelle (9. Auflage 2024) und gelten für gesunde, erwachsene Pferde.

Welche Höchstmengen gelten für Kraftfutter?

Kraftfutter sollte grundsätzlich nicht mehr als 1 kg je 100 kg Körpergewicht und Tag ausmachen. Innerhalb dieser Tagesmenge begrenzt die LfL die einzelnen Mahlzeiten zusätzlich.

FutterHöchstmenge laut LfLBeispiel Pferd mit 600 kg
Kraftfutter gesamt1 kg je 100 kg Körpergewicht und Tag6 kg am Tag
Stärke und Zucker0,1 kg je 100 kg Körpergewicht und Mahlzeit (bei schwerer Arbeit 0,2 kg)600 g je Mahlzeit
Hafer0,3 kg je 100 kg Körpergewicht und Mahlzeit1,8 kg je Mahlzeit
Gerste und Mais (Körner)0,2 kg je 100 kg Körpergewicht und Mahlzeit1,2 kg je Mahlzeit
Rohfett (etwa Öl)0,1 kg je 100 kg Körpergewicht und Tag, höchstens 0,5 kg je Pferdhöchstens 0,5 kg am Tag
Raufuttermindestens 1,5 kg Trockenmasse je 100 kg Körpergewicht und Tagmindestens rund 10 kg Heu am Tag

Für Fertigfutter wie Müsli oder Pellets hilft der Blick auf die Deklaration: Steht dort der Stärke- und Zuckergehalt, lässt sich die Höchstmenge je Mahlzeit ausrechnen.

Auf wie viele Mahlzeiten sollte ich das Kraftfutter verteilen?

Verteilen Sie Kraftfutter auf mindestens zwei, besser drei Mahlzeiten am Tag. Die FN empfiehlt mindestens drei Mahlzeiten. Bei großen Mengen, etwa für Dressur- und Springpferde im höheren Sport, Vielseitigkeits- oder Distanzpferde, nennt die LfL mindestens vier Mahlzeiten. Je kleiner die einzelne Portion, desto besser kann der Dünndarm die Stärke verdauen.

In welcher Reihenfolge füttere ich Heu und Kraftfutter?

Geben Sie zuerst Raufutter und danach das Kraftfutter. Die LfL nennt idealerweise einen Abstand von 20 bis 40 Minuten zwischen beiden Gaben. Pferde, die sehr schnell fressen, sollten laut LfL kein pelletiertes Futter bekommen, weil Pellets schneller gefressen werden.

Was passiert, wenn ein Pferd zu viel Kraftfutter bekommt?

Zu große Mengen Stärke und Zucker je Mahlzeit kann der Dünndarm nicht vollständig verdauen, der Rest stört das Milieu im Dickdarm. Der Futterhersteller Pavo nennt zu große Kraftfutterportionen deshalb als häufige Ursache für Durchfall, die FN zählt Koliken und Magengeschwüre zu den Folgen falscher Fütterung. Bei Verdauungsproblemen, Übergewicht oder Stoffwechselerkrankungen sollten Sie die Ration deshalb mit Ihrer Tierärztin, Ihrem Tierarzt oder einer Fütterungsberatung abstimmen.

Gelten die Werte für jedes Pferd?

Nein, es sind Obergrenzen und keine Empfehlung, so viel zu füttern. Viele Freizeitpferde brauchen deutlich weniger Kraftfutter oder gar keins. Für Fohlen, Zuchtstuten, alte Pferde und Pferde mit Stoffwechselerkrankungen gelten eigene Regeln, die eine individuelle Rationsberechnung erfordern.

Quellen

Alle Fragen: Fragen zur Pferdefütterung